Tips und Tricks
Hier findet ihr eine kleine Sammlung von Tipps und Anregungen rund um das Schreiben von Fanfictions. Die einzelnen Punkte sind weniger als Vorschriften oder Anleitung für *die* perfekte Geschichte zu sehen, sondern mehr zur Ideenfindung und vielleicht Orientierung gedacht. Im Laufe der Zeit folgen natürlich weitere Tips bzw. bestehende werden ergänzt. Falls ihr selber noch Ergänzungen und/oder Vorschläge habt, schreibt mir einfach E-Mail.

Ideen | Mangelndes Talent? | Sackgassen in der Erzählung | Schreibgewohnheiten | Rechtschreibung und Grammatik | Recherche | Komik | Arbeitsschritte | Nicht übereilen | Wörtliche Rede | Kommentare

1. Ideen
Das tägliche Leben bietet eine Unmenge von Inspirationen. Man muss nur die Augen offen halten und wird nahezu erschlagen. Schalte den Fernseher an: Eine Talkshow. Eine komplizierte Beziehung. Übertrage die einfach auf deine Charaktere, modifiziere sie, um sie einfacher oder gar noch komplizierter zu machen. Damit hast du schon die Grundstruktur gefunden. Viele Ideen für Feinheiten kommen beim Schreiben. Oder sieh aus dem Fenster. Der Wind weht durch die Blätter des großen Baumes, der dort schon steht, seitdem du hier lebst. Wer könnte unter dem Baum sitzen? Mit wem? Worüber könnten sie reden? Was könnten sie tun? Schlage ein Buch auf und tippe mit einem Finger auf ein beliebiges Wort. Egal welches du bekommst - lasse deinen Gedanken freien Lauf und versuche, um das Wort herum eine Geschichte zu entwickeln, vielleicht auch nur eine Szene oder ein Eindruck: Im Grunde genommen ist es vollkommen egal, hauptsache du schreibst irgendetwas. Oder versuche es mit einem einfachem Brainstorming. Setz dich hin und lasse deine Gedanken wandern. Schreib auf, was dir einfällt - geordnet (als MindMap) oder ungeordnet, vollkommen okay. Schreibe kurze Einfälle auf, selbst wenn du nichts ausser einer Situation, einem Satz oder einem Charakter im Kopf hast. Irgendwann wird diese Notiz eine wundervolle Grundlage sein - schaue einfach regelmässig in deine Notizen hinein.

2. Mangelndes Talent?
"Ich will schreiben, aber ich glaube, ich kann das nicht." Woher weißt du das? Probiere es einfach. Schreib drauf los, versuche einfach, deine Ideen zu Papier zu bringen. Du wirst sehen, dass in vielen Fällen besser funktioniert, als du dachtest. Und gib nicht sofort auf, wenn du nicht 100% zufrieden bist - um so mehr Übung du bekommst, um so besser wirst du auch. Versuche, viele verschiedene Dinge zu schreiben, unterschiedliche Themen, Figuren, Schauplätze ... Was dir gerade in den Sinn kommt. Die größte Hürde ist meist das leere Blatt, wenn die ersten Sätze geschrieben sind, geht es einfacher, als man denkt.

3. Sackgassen in der Erzählung
Tausche dich mit anderen Autoren aus - übers Internet findest du schnell Gleichgesinnte. Frage sie um Rat. Lies andere Fanfictions, die deiner villeicht etwas ähnlich sind und schau, was für Handlungsstränge sie haben. Aber: Schreib nicht einfach ab, sondern überlege dir selbst, wie es alternativ weiter gehen kann. Falls das alles nicht hilft, lass deine Geschichte eine Weile liegen und wirf dann wieder einen Blick darauf. Eine oder mehrere Nächte Schlaf wirken oft genug Wunder.

4. Schreibgewohnheiten
Wenn du das Gefühl hast, immer dasselbe zu schreiben, versuche, aus gewohnten Bahnen auszubrechen. Natürlich ist das schwieriger, als es zunächst klingt, aber versuch zum Beispiel einmal eine Geschichte in der ersten Person zu schreiben, wenn du bisher immer die dritte benutzt hast. Wird die Geschichte nur von einem einzigen Standpunkt erzählt? Suche dir andere Erzähler, wechsele zwischen den Perspektiven. Versuche auch einmal, dir ein völlig neues Genre zu erarbeiten. Schreibst du normalerweise Parodien? Wunderbar, versuche es mal mit etwas ernstem. Oder umgekehrt. Auch wenn es komplett schiefgeht, wirst du höchstwahrscheinlich doch etwas daraus lernen, neue Ideen mitnehmen oder Anregungen für etwas ganz anderes bekommen.

5. Rechtschreibung und Grammatik
Das effektivste gegen Probleme mit Rechtschreibung und Grammatik ist es, viel zu lesen. Lies andere Fanfictions, lies Zeitschriften, lies Zeitungen, lies Bücher. Nebenbei kannst du so auch noch die ein oder andere Inspiration mitnehmen :-) Und such dir einen Beta-Reader, der deine Story durchsieht, bevor du sie irgendwo veröffentlichst. Das beste ist es, wenn dieser die Fehler nicht einfach korrigiert, sondern sie farbig markiert, damit du siehst, was du falsch gemacht hast - und was du daraus lernen kannst. Vor Fragezeichen und Ausrufezeichen gehören übrigens keine Leerzeichen, sie schließen sich direkt an den Satz an.

6. Recherche
Wenn du über ein Thema schreibst, kenne dich damit aus. Versuche nicht, deinen Lesern Paris als Hauptstadt von Österreich zu verkaufen. Lasse deine Charaktere nicht Kaugummis kaufen, von denen in den USA noch niemals jemand gehört hat. Lasse nicht Aragorn mitten im Wald sein Handy zücken, um Legolas anzurufen (Es sei denn, du schreibst eine Parodie - dann ist das natürlich kein Problem). Opfer eines Banküberfalles werden höchstwahrscheinlich nicht am nächsten Tag gleich wieder ihr gesamtes Vermögen in der Bank deponieren. Wenn du über Krankheiten/Therapien (sei es physisch oder psychisch) schreibst - informiere dich! Nichts is furchtbarer als der Eindruck, dass der Autor selbst keine Ahnung hat, wovon er spricht. Versuche, so viel wie möglich über die Umgebung, in der deine Fanfiction spielt, herauszufinden. Durch das Internet ist diese Aufgabe so leicht wie nie zuvor zu lösen. Alles was du brauchst, ist ein wenig Zeit und Geduld. Und du wirst sehen, dass die investierte Arbeit deiner Geschichte zugute kommt - sowohl dir als Autor, da du über etwas, das du kennst, sicherer schreiben kannst und zum anderen den Lesern, da stimmige Geschichten einfach schöner sind. Wenn du bereits bestehende Charaktere nimmst - lerne zunächst etwas über sie und ihre Umgebung, bevor du über sie schreibst. Wen kennt Haldir und wen nicht? Wessen Feind ist Bellerophon? Welche Ausbildung hat Deputy Henley genossen? Um so mehr du über deinen Charakter weisst, um so echter wirkt er. Natürlich kannst du die Charaktere auch vollkommen anders einbringen, als sie ursprünglich konzipiert sind, bringe dann jedoch besser ein AU (für "Alternatives Universum") in den Header der Geschichte, da es sonst bei deinen Lesern zu großer Verwirrung kommen kann :-) Die ganz hohe Schule wäre hier die korrekte Verwendung von sprachspezifischen Ausdrücken z.B. bei Sprechern des amerikanischen Englisch und bei Sprechern des britischen Englisch. Für uns Nicht-Muttersprachler fällt diese Unterscheidung jedoch nicht immer leicht - und daher ist es wirklich nur die ganz hohe Schule und keine Pflichtübung.

7. Komik
Manchmal gerät eine Szene, die komisch gedacht war, eher trocken und irgendwie springt der Funke nicht so über, wie er es sollte. Doch auch hier gibt es ein paar Tricks. Zum einen können Gemeinsamkeiten als Grundlage genutzt werden. "Treffen sich zwei Jäger. Beide tot." Hier liegt die Gemeinsamkeit der beiden Situationen (einander begegnen & aufeinander schießen) im Wort Treffen, das auf zwei verschiedene Arten interpretiert werden kann und so den Witz erst zu einem macht. Wenn eine solche Gemeinsamkeit gefunden ist, kann die eigentliche Bedeutung durch eine andere ersetzt werden. Das klingt schwieriger als es ist und mit ein wenig Übung geht es wirklich leicht von der Hand. Auch kann ein Austausch stattfinden, wie z.B. ein Schwertkampf mit Besenstielen, ein Topf statt eines Helmes, was auch immer. Das einzige, was beachtet werden muss, ist, dass eine Gemeinsamkeit zwischen den ausgetauschten Dingen vorhanden sein muss, sonst geht die Komik verloren.

u>8. Arbeitsschritte
Sei dir zunächst grob im Klaren, worüber du schreiben willst. Wie fein die weitere Planung ist, hängt ganz von den eigenen Vorlieben ab - der eine Autor plant alles bis ins kleinste Detail, ehe der erste richtige Satz auf dem Papier steht, der andere dagegen schreibt lieber drauf los. Beides funktioniert, solange du nicht den Fehler machst, bereits beim Schreiben auf Rechtschreibung und Grammatik zu achten. Schreiben an sich ist ein kreativer Prozess, bei dem du deinen Ideen und deiner Phantasie einfach freien Lauf lassen solltest, anstatt dir den Kopf über die richtige Auswahl von Gentiv, Dativ, Aktiv, Passiv oder was auch immer zu machen. Dieser Schritt kommt erst, wenn dein Text in seiner ersten Version steht. Dann geht es ans revidieren und bearbeiten - habe ich meinen roten Faden verfolgt oder verzettele ich mich irgendwo? Halte ich mich an Kleinigkeiten auf, an denen ich mich gar nicht aufhalten will? (Wobei auch gerade die genaue Betrachtung kleiner Dinge ihren eigenen Reiz haben kann). Wenn der rote Faden vorhanden ist, kannst du dich der Rechtschreibung und Grammatik widmen, wenn du genug Geduld hast, deine Geschichte immer und immer wieder zu lesen, möglichst beides in getrennten Arbeitsschritten. Die selektive Wahrnehmung und Konzentration auf einen einzelnen Aspekt macht die Arbeit einfacher. Darüber hinaus kannst du mit den Worten spielen - wo kann man Synonyme verwenden, welche Satzstellung klingt am schönsten, welche Worte schaffen die Atmosphäre, die ich haben möchte? Alles in allem solltest du das Gefühl haben, ein in sich stimmiges Gesamtbild erschaffen zu haben, ehe du deine Geschichte veröffentlichst.

9. Nicht übereilen
Generell ist es eine gute Idee, eine Fanfiction möglichst erst zu Ende zu schreiben, bevor du das erste Kapitel veröffentlichst. So sehr du deine Geschichte auch anderen zeigen möchtest - es kann immer passieren, dass sie aus irgendwelchen Gründen (Schreibblockade, zuwenig Zeit, eine Sackgasse in der Handlung ...) nicht weitergschrieben wird, was zu großer Enttäuschung bei den Lesern führt. Also lieber ein wenig warten und eine vollständige Geschichte in der Hinterhand haben (was auch für dich angenehmer ist als immer unter dem Druck zu stehen, weiterzuschreiben) als übereilt etwas unvollständiges zu veröffentlichen. Ausserdem sollte jede Fanfiction, die ihren Weg in die Öffentlichkeit findet, zunächst bei einem Beta-Reader gelandet sein, egal wie dringend du sie veröffentlichen möchtest. Der Beta-Reader wird viele Tippfehler finden, für die du selbst zu betriebsblind bist (das geht jedem Autor so), ebenso werden ihm Lücken in der Handlung oder unlogische Elemente (der Wechsel der Hemdfarbe von rot zu grün zu orange innerhalb dreier Absätze) auffallen, über die du hinweg liest, da du die Geschichte so gut kennst, dass dir alles vollkommen logisch erscheint. Es geht bei einem Beta-Reader gar nicht darum, dich mit der Nase auf deine Fehler zu stoßen - sieh ihn vielmehr als wertvolle Hilfe und einen guten Freund, der dich vor einigen Peinlichkeiten bewahren und dir vielleicht sogar neue Denkanstöße geben kann.

10. Wörtliche Rede
Wenn du wörtliche Rede in deinen Geschichten hast (und das wird wohl in den meisten Fällen kaum zu vermeiden sein :-)) versuche, nicht immer "sagte er, sagte sie, sagte er, sagte" zu verwenden. Jemand kann etwas sagen, aber auch etwas anmerken, ergänzen, herausschreien, herumbrüllen, überspitzen, seufzen, murmeln, grummeln, schreien ... Neue Zeilen erleichtern die Lesbarkeit ungemein - wenn ein neuer Gesprächspartner zu reden beginnt, lass ihn dies einfach in einer neuen Zeile tun. Viele Gesprächsbeiträge in einer Zeile verwirren nur. Es muss nicht einmal ein neuer Absatz sein, nur ein wenig Lockerung im Text. Endet der Satz nicht mit der wörtlichen Rede, kommt das Komma HINTER die schließenden Anführungszeichen, nicht wie im englischend davor. Nach der neuen Rechtschreibung folgt dieses Komma ausserhalb der Klammern auch nach einem mit einem ? oder einem ! abgeschlossenen Satz der wörtlichen Rede, wenn hiernach der Hauptsatz weitergeht (das klingt komplizierter als es ist). Der Punkt jedoch gehört in die wörtliche Rede. Bei Filmnamen etc. in wörtlicher Rede werden die '' benutzt statt erneuter "", welche nur verwirren würde, da sie das Ende der wörtlichen Rede nahelegen würden.

11. Kommentare
Diesmal ein Tip fürs Kommentare schreiben bei anderen Autoren: Jeder freut sich über Feedback und sei es noch so kurz. Besonders begeistert wird sich natürlich jeder über Lob freuen. Aber auch wenn dir etwas nicht so sehr gefallen hat, bringe dies in dein Kommentar mit ein - aber vorsichtig. Solange du höflich und freundlich bleibst (Vielleicht eher ein "Du könntest vielleicht an ... etwas ändern" als "Das ist doof!") wird auch konstruktive Kritik meist gerne gesehen. Schließlich kann auch der beste Autor nicht immer an alles gleichzeitig denken. Sehr gut funktioniert das Sandwich-Prinzip: Beginne dein Kommentar immer mit dem positiven, bringe dann das weniger schöne ein und ende dann unbedingt mit einem positiven Fazit.

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